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STATUS QUO
"Männer und Frauen sind gleichberechtigt", lautet Grundgesetz Art.3(2) der Bundesrepublik Deutsch­land. Weiter heißt es : "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichbe­rech­ti­gung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."
Mit Gleichberechtigung haben Männer und Frauen keine Probleme. Gleiche Rechte sind für Mann und Frau selbstverständlich ( geworden ). Die rechtliche Gleichstellung von Frau und Mann ist in Deutsch­land ( spätestens seit der Jahrtausendwende ) verwirklicht.

Die tatsächliche Teilhabe von Frauen und Männern in verschiedenen gesellschaftlichen Berei­chen ist jedoch unterschiedlich. Betrachten wir das gesellschaftliche Leben in Deutschland. Fakt ist ei­ner­seits :
  
  •  Frauen nehmen in geringerem Maße am Erwerbsleben teil als Männer. [  Das ist keine wer­ten­de Aussage. ]
  •  Frauen üben zu einem höheren Anteil unbezahlte Betreuungs- oder Familienarbeit aus als Män­ner. [ Auch dies ist keine Aussage über die Ursachen. ]
  •  Frauen verdienen u.a. durch ihren höheren Anteil an Teilzeit-Erwerbstätigkeit und an so­zial­ver­sicherungsfreien "450,-€"-Tätigkeiten weniger als Männer und können so von Altersar­mut be­droht sein. [ Auch Männer können von Altersarmut bedroht sein. ]
  •  Mütter, die vom Vater ihrer Kinder getrennt leben und diese Kinder betreuen, leben häufig in schwie­rigeren Lebensverhältinissen als Mütter in einer "vollständigen" Familie. [ Auch ge­trennt lebende Väter, die ihre Kinder nebenbetreuen, leiden unter fehlender Unterstüt­zung. ]

Mit solchen Unterschiedlichkeiten wird in Deutschland jedoch unausgewogen umgegangen. Die öf­fent­liche Wahrnehmung dieser Phänomene fokussiert alleine und einseitig auf dem weiblichen Ge­schlecht. Frauen werden pauschal als benachteiligt verstanden, ohne Würdigung der ge­sell­schaft­li­chen Realitäten 2013 ( vgl. auch "equal pay ?" ). So ist andererseits die Mehrheit :
  
  •  der Schulabgänger mit Hochschulreife,
  •  der AkademikerInnen,
  •  der Absolventen des Studiums der Humanmedizin80 % ),
  •  der Absolventen des Studiums der Tiermedizin95 % ) und
  •  der Absolventen des Studiums der Psychologie90 % ) weiblich.

Auch in Bezug auf Erwerbstätigkeiten ergibt sich ein vielschichtigeres Bild. So beträgt in Deutsch­land der Frauenanteil :
  
  •  bei Lehrkräften an deutschen Grundschulen > 90 %,
  •  in Führungspositionen im Bereich Erziehung und Unterricht 49 %,
  •  in Führungspositionen im Bereich Gesundheit und Sozialwesen 44 %,
  •  in Führungspositionen im Bereich Unternehmensdienstleistung 39 %,
  •  in Führungspositionen über alle Branchen verteilt 30 %,
  •  an den Juniorprofessuren 37,8 %,
  •  bei neu bestellten RichterInnen > 50 % und
  •  in Führungspositionen bei der Stadtverwaltung München 48,7 %.
  •  Jedoch : der Frauenanteil liegt bei Beamten und Richtern in Bayern im einfachen Dienst bei 5,4 %.

Diese und ähnliche Informationen werden kaum transportiert. Und meist geht mit der einseitigen Ein­ordnung von Frauen als dem benachteiligten Geschlecht eine entsprechende stereotype Dar­stel­lung von Männern einher.
Mögliche Benachteilungen von Männern, so als getrennte Vä­ter nach familienrechtlichen Aus­ei­nan­der­setzungen, werden wenig publiziert. Dabei gilt beispielsweise in Deutschland pauschal :

  
  •  "Wenn eine Mutter es nicht will, hat der getrennt lebende Vater des Kindes geringe bis keine Chan­cen, das Kind zu sehen, um seine Vaterschaft leben zu können. Unter dem Fehlen der Vä­ter leiden die Kinder, die Väter - und auch die Mütter."

Es fehlt der Blick auf das "Andere Geschlecht". Bezeichnenderweise lautet die Betitelung des zu­ständigen Ministeriums "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend" - Män­ner und Väter kommen nicht vor.


Zahlenmaterial / Statistik :
  
•    destatis - Statistisches Bundesamt - Frauen Männer Arbeitsmarkt 2012 - www.destatis.de.
•    Bayer. Staatsregierung - 4. Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern 2010.
•    2. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland 2013.
Siehe Quellenangaben / Statistikteil.

 Forum Soziale Inklusion, 2013-03-17
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