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Das Private ist Politisch ?
"Das Private ist Politisch ?" Geschlechterpolitisch Interessierte erinnern sich gut an diese Parole aus den 70er-​Jahren des letzten Jahrhunderts, benützt vor allem von "fortschrittlichen" Frauen, die sich als Teil der Frauenbewegung verstanden und sich von "überholten" traditionellen Rollen­ste­reo­ty­pen "eman­zipieren", also : freimachen wollten.
Was war damit gewollt ? Die in der Mehrheit der Paarbeziehungen herrschende Rollenverteilung wur­de seit den 60er-Jahren in Deutschland von vielen Frauen zunehmend als beengend und ein­schrän­kend empfunden. Veränderungen im Gegenübertreten der Geschlechter wurden ein­ge­for­dert - mit um­fassenden gesellschaftlichen Möglichkeiten für Frauen.

In der Folge - ab den 70er-Jahren - wurden Gesetzesänderungen politisch ermöglicht, unter em­pa­thi­scher Mithilfe vieler der Frauenbewegung gegenüber aufgeschlossenen Männer. Aus die­sen Ver­än­de­run­gen erwuchsen große kulturelle Leistungen : so die gleichberechtigte Teilhabe von Frau und Mann im gesellschaftlichen und im Erwerbsleben, Veränderungen im Scheidungsrecht, die De­fi­ni­tion des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung und vieles mehr. Frauen stehen heute - in den 2010er-​Jahren - alle gesellschaftlichen Möglichkeiten offen.
Soweit - so gut ? Nein. Frauenpolitik ist institutionalisierte Politik geworden. Sie scheint sich mitt­ler­wei­le zu­nehmend selbst zu genügen und in sich gefangen zu sein. Es fehlt der ganzheitliche An­satz : der Blick auf beide Geschlechter - auch auf männliche Lebenswirklichkeiten.

Lassen Sie uns auf Millionen Schicksale von betroffenen Männern blicken : Nach Trennung und Schei­dung füh­len sich viele Männer als Verlierer. Gemeint ist nicht das gerichtliche oder nota­ri­el­le Auf­tei­len des vom Paar gemeinsam erwirtschafteten Vermögens.
Es geht um den Umgang mit den Kindern nach der Trennung. Millionen getrennt lebende Väter lei­den un­ter den Demütigungen und Ausgrenzungen, die sie nach-ehelich im Umgang mit ih­ren Kin­dern er­fahren müssen. Bei strittigen Familienauseinandersetzungen gilt :
  
  •  Wenn eine Mutter es nicht will, so hat der getrennt lebende Vater nur geringe Mög­lich­kei­ten, sei­ne Kin­der zu sehen, um seine Vaterschaft zu leben. Der Staat verhilft den getrenn­ten Vä­tern nicht zu ihren grundgesetzlich zugesicherten Elternrechten ( und dem Kind auch nicht zu sei­nem Recht auf seine beiden Eltern ).
Insbesondere fehlt eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen Eltern-​Kind-​Ent­frem­dung ( "parental alienation" ), das in Deutschland Millionen Betroffene hinterlässt.
Diese Schickale erscheinen zu oft als privat ; sie erscheinen als individuelle Schicksale. Sie sind je­doch ein tabuisiertes Massenphänomen. Sein Entstehen wird durch staatliche und ge­sell­schaft­liche Struk­tu­ren und Fehlanreize begünstigt. Eine öffentliche Auseinandersetzung findet zu die­sem The­ma so gut wie nicht statt. Das Private wird Politisch ?   Leider nein.

Was wünschen sich Väter im Falle von Trennung und Scheidung ? Sie wünschen sich die Mög­lich­keit zur pa­ri­tätischen Übernahme von Verantwortung für ihre Kinder. Sie wünschen sich dabei staat­li­che Unterstützung : die Anerkennung der Triade Vater-Mutter-Kind als Familie, un­ab­hän­gig vom Fa­mi­lienstand.
Das bedeutet vielfach ein Umdenken an Familiengerichten, bei Gutachtern, in so manchem Ju­gend­amt, oder auch in der Informationsarbeit an Schulen den getrennten Eltern gegenüber.
Väter wünschen endlich steuerliche Gleichbehandlung auch als "nebenbetreuender" Elternteil mit An­er­kennt­nis aller Kind-bezogenen finanziellen Aufwendungen.

In den letzten Jahrzehnten sind in Deutschland Änderungen im Familienrecht meist von "außen" er­wirkt wor­den, sei es durch die UN-Kinderrechtskonvention oder auch durch Urteile am Eu­ro­pä­ischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Die Deutsche Legislative war dabei immer gezwungen, zu reagieren. Viele modern denkende und em­pa­thisch fühlende Menschen - Männer und Frauen - wünschen sich eine ( selbst- ) bewusste Ver­än­de­rung der Strukturen von innen heraus - aus der Mitte der deutschen Gesellschaft.
Es ist an der Zeit, dass das Private wieder Politisch wird, um diese positiven Veränderungen im ge­sell­schaft­lichen Miteinander zu ermöglichen - hier im Familienrecht. Der Ansatz dafür ist ganz­heit­lich :
die Soziale Inklusion von Frauen und Männern.
 Forum Soziale Inklusion, 2013-03-17
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