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Deutscher Frauenrat vs. Bundesforum Männer ?
Beide Organisationen - Deutscher Frauenrat und Bundesforum Männer - verstehen sich als In­te­res­sen­vertretung ihres Geschlechts und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Se­ni­oren, Frauen und Jugend finanziert.
Der Deutsche Frauenrat versteht sich als Lobby der Frauen und verweist auf seiner "website" zu­rück bis in die Anfänge der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert. Anders das Bundesforum Män­ner : es wur­de erst 2010 gegründet.


Die Arbeit der beiden Organisationen unterscheidet sich inhaltlich recht deutlich. Positioniert sich der Dt. Frau­en­rat mit klaren Forderungen zur Veränderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Frau­en, so vermeidet das Bundesforum Männer Stellungnahmen zu aktuellen Männer- und Vä­ter­the­men :
Der Deutsche Frauenrat positioniert sich bei folgenden Themen ( u.a. ) :
  
  •  die Teilhabe von Frauen im Arbeitsmarkt
  •  unterschiedlicher Anteil von Frauen im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft
  •  atypische Beschäftigungen für Frauen ( "450,-€"-Mini-Jobs )
  •  die ( unbereinigte ) Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen
  •  Frauenanteil in Führungspositionen
  •  innerfamiliäre Gewalt
Das Bundesforum Männer lässt Positionen vermissen zu folgenden Themen :
  
  •  die Einseitigkeit und Frauenlastigkeit der herrschenden Geschlechterpolitik als Gleich­stel­lungs­po­li­tik, also als eine Politik von Ergebnisgleichheit
  •  ein Diskurs über Jungs als Bildungsverlierer, möglicherweise verursacht durch "Über­fe­mi­ni­sie­rung" in Schule und Pädagogik ( ? )
  •  die herrschende Asymmetrie im deutschen Familienrecht zu Lasten von Vätern
  •  die steuerliche Schlechterstellung von geschiedenen Vätern
  •  das Fehlen eines wissenschaftlichen Berichts über die Lebenswirklichkeiten von getrennten Vä­tern in Deutschland
  •  die Problematik bei der Umsetzung von Kindesumgang nach Trennung und Scheidung ( Ex­klu­sion der getrennten Väter aus einem ganzheitlichen Verständnis von Familie )
  •  eine Debatte über das Phänomen Eltern-Kind-Entfremdung ( "parental alienation" )
  •  die Forderung nach Veränderung der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Definition von Va­ter­schaft ( BGB § 1592 ) über den Ehestand
  •  eine Debatte über das Phänomen Kuckuckskinder und die Abschaffung der Strafbarkeit von dis­kre­ten Abstammungstests für Väter und ihre Kinder
  •  eine Debatte über offene und schleichende Misandrie ( Männerherabwürdigung ) in den Me­di­en

Auf seiner "homepage" stellt das Bundesforum Männer in seinem Leitbild Männer negativ kon­no­tiert dar :
  
  •  "Ziel des Bundesforums ist es, einengende und dominante Männlichkeitsstrukturen und Rol­len­bil­der zu überwinden."
Die Vorstellung, dass Männer einengende und dominante Weiblichkeitsstrukturen und Rol­len­bil­der er­fah­ren können, scheint nicht zu existieren. Zaghaft wird angemerkt :
  
  •  "Das Bundesforum setzt sich für die Überwindung des Tabus des Mannes als Opfer von Ge­walt ein."
Es stellt sich dabei die Frage : Von welcher Gewalt spricht das Bundesforum ? Von au­ßer­häus­li­cher Ge­walt ? Innerfamiliärer Gewalt ? Physische Gewalt ? Psychische Gewalt ? Wer ist Tä­ter ? Män­ner ? Frauen ? Das Bundesforum entzieht sich. Man(n) stellt sich die Frage, wo­raus die Ar­beit des Bun­des­fo­rums Männer nun inhaltlich besteht.
Der Ansatz, der bestehenden weiblichen Lobby-Organisation ein Pendant auf männlicher Seite ge­gen­über zu stellen, scheint gescheitert zu sein. Was können Alternativen sein ?

Historisch gesehen waren Frauenbewegung und Feminismus unbestritten richtige und wichtige Er­schei­nun­gen. Durch sie wurden im westlichen Kulturkreis unter Mithilfe von Frauen und Män­nern gro­ße so­zio-​kulturelle Leistungen und Erfolge erreicht.
Die Gefahr scheint nun - in den 2010er-Jahren - darin zu liegen, von einem gestaltenden Ansatz von Ge­schlech­terpolitik in eine Art von Verteilungspolitik abzugleiten, was sich im herrschende An­satz von Geschlechterpolitik als Gleichstellungspolitik bereits deutlich zeigt.


Die Lösung wird in einem inklusiven "relaunch" zu finden sein - mit Blick auf beide Ge­schlech­ter im Be­wusst­sein der Unterschiedlichkeit von Frauen und Männern und in An­er­kennt­nis ih­rer un­ter­schied­li­chen Ressourcen und Bedürfnisse. Dieser Ansatz steht für die Über­win­dung der ak­tu­el­len Ge­schlech­ter-Polarisierung und heißt :
 
Politik für Chancengerechtigkeit und Soziale Inklusion.
 


Mehr unter :     frauenrat.de,   bundesforum-maenner.de.
 Forum Soziale Inklusion, 2013-03-17
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