Gleichbehandlung für Frauen und Männer
 

Die aus der Zeit gefallene Studie "Kindeswohl und Umgangsrecht" des BMFSFJ / PETRA-Studie

Im Jahre 2016 beauftragte das BMFSFJ die Studie "Kindeswohl und Umgangsrecht" (PETRA-Studie) mit einem Budget von 2,2 Mio. €.

Formal sollten durch die Studie Erkenntnisse gewonnen werden über die Zufriedenheit von Trennungseltern mit den für sie gültigen Regelungen zur Betreuung ihrer Kinder.

Verantwortlich für das Studiendesign und die Richtlinien zur Durchführung der Studie ist im Bundesministerium die Abteilung 5  mit der Abteilungsleiterin Frau Bettina Bundszus-Cecere.

FSI kritisiert:

  1. Das Design der Studie ist so angelegt, dass es dem durchführenden Insititut genügt, in der Regel nur einen Elternteil der Nachtrennungsfamilie zu befragen. Generell den zweiten Elternteil zu interviewen hält der verantwortliche Projektleiter der Studie Dr. Rücker für nicht nötig. FSI kritisiert diesen Ansatz und bezeifelt die Aussagekraft einer Studie zur Bewertung der Betreuung der Kinder in Nachtrennungsfamilien, wenn nur die Hälfte der betreuenden Eltern angehört wird. FSI bewertet diesen Studienansatz dem zweiten Elternteil gegenüber als diskriminierend
  2. FSI liegen Nachweise darüber vor, dass Väter nicht befragt werden dürfen, wenn die Mütter es nicht wollen. FSI kritisiert dieses Design als ausgrenzend und diskriminierend.
  3. Das BMFSFJ griff mehrmals in die laufende Studie ein und veränderte die Kriterien der Fragestellungen für die Interwiews. FSI bewertet dies als unwissenschaftlich und bezweifelt, auf diese Weise wissenschaftlich belastbare Ergebnisse erzielen zu können.
  4. Der Begriff "Kindeswohl" ist weder wissenschftlich noch juristisch definiert. "Kindeswohl" ist ein Ausdruck, der vor den Familiengerichten in inflationärer Weise manipulativ verwendet wird. Darüber hinaus hat er keine konkrete Aussagekraft. Ein Begriff, der weder wissenschaftlich noch juristisch definiert ist, hat in einer wissenschaftlichen Studie nichts zu suchen.
  5. "Umgang" ist ein hierarchisierender Ausdruck zur Beschreibung des (Macht-) Gefälles zwischen dem Elternteil, bei dem das Kind gemeldet ist, und dem zweiten Elternteil. Besser wäre es nach den verschiedenen Betreuungsformen zu fragen. Dieser Ansatz ist jedoch nicht im Sinne des BMFSFJ / Abteilung 5.
  6. Im Nachgang zu den geführten Intewiews sollen Gerichtsakten der familienrechtlichen Entscheidungen durch das ausführende Institut gesichtet und ausgewertet werden. Dieser Ansatz ist datenschutzrechtlich höchst bedenklich und mit großer Wahrscheinlichkeit rechtswidrig.

Die "Ergebnisse" der Studie sollen im Laufe des Jahres 2019 veröffentlicht werden.

FSI protestiert gegen die Unwissenschftlichkeit der Studie und bezeichnet das Vorhaben als tendenziös und Väter-diskriminierend.


Weitere Informationen in nachfolgend dokumentierter Stellungnahme PETRA-Studie zum Download::